Schulungsunterlagen 1. RCA – Bootskunde, Steuerkommandos & Aufgaben Obmann/-frau

1. Bootskunde – Grundwissen

Bootstypen im Verein

  • Einer (5x, unterschiedliche Gewichtsklassen)
  • Zweier (2x)
  • Dreier (1x)
  • Vierer (2x, mit und ohne Steuermann/-frau)
  • Fünfer (1x, mit/ohne Steuermann/-frau)
  • Achter (1x, mit Steuermann/-frau)

Boote gibt es in
Gig-Bauweise (breiter, schwerer, langsamer dafür stabiler im Wasser) und als
Rennboote (schmaler, leichter, schneller dafür instabiler im Wasser).

Wichtige Bootsteile

  • Bug (vorderes Ende), Heck (hinteres Ende)
  • Rumpf, Kiel
  • Ausleger, Dolle: Halterung für die Skull
  • Skull: Das eigentliche Ruder, immer zwei pro Person
  • Blatt: sorgt im Wasser für den Vortrieb
  • Rollsitz: Sitz auf Rollen um die Beinkraft zu nutzen
  • Rollbahn: Schiene für den Rollsitz, auf Körpergröße einzustellen
  • Stemmbrett: Fußstütze mit Riemen, auf Körpergröße einzustellen
  • Steuer: bei gesteuerten Booten, mit Steuerseilen oder Fußsteuerung
  • Finne (Stabilisierungsflosse unter dem Boot)

Stemmbrett an Körpergröße anpassen.

Kontrolle vor jeder Fahrt:

  • Dollen und Ausleger fest?
  • Stemmbrett fest und auf Körpergröße eingestellt?
  • Rollsitz frei beweglich?
  • Schienen richtige Einstellung?

2. Steuerkommandos

Viele Steuerkommandos haben einen Ankündigungs- und einen Ausführungsbefehl.

Derjenige der die Kommandos gibt, muss sicherstellen, dass alle im Boot diese auch hören!

Beim Einsteigen und Ablegen

  • „Mannschaft fertig?“ → Jeder meldet „eins fertig“, „zwei fertig“ in Reihenfolge vom Bug bis Schlagmann/-frau.
  • „Fertigmachen zum Einsteigen – steigt ein!“ → Mannschaft drückt Boot vom Steg ab und steigt geordnet ein. Sicherheitsstellung für alle.
  • „Fertigmachen zum Aussteigen“ – Mannschaft steigt aus“ → Alle steigen geordnet aus.

Beim Anfahren und Rudern

  • „Auslage – und ab!“ → Startsignal, alle beginnen gleichzeitig zu rudern.
  • „Ohne Kraft“ → minimale Schlagkraft, gleichmäßiges Rudern
  • „Halbe Kraft!“ → reduzierte Schlagkraft, gleichmäßiges Rudern.
  • „Volle Kraft!“ → maximale Schlagkraft, alle gleichzeitig.
  • „Ruder – halt!“ → Nach dem Durchzug werden die Blätter waagrecht gestellt, Boot gleitet aus. Sicherheitsstellung für alle.
  • „Skulls – hoch!“ → Blätter aus dem Wasser nehmen, z.B. beim Anlegen.
  • „Skulls – Hochscheren!“ → Blätter etwas höher führen (z. B. über Wellen oder Hindernisse).
  • „Frei weg!“ → Zur Rückkehr ins normale Rudern nach einem Kommando.

Steuerkommandos zur Kursänderung

  • „Backbord überzieht!“ → Backbordseite rudert kräftiger.
  • „Steuerbord überzeiht!“ → Steuerbordseite rudert kräftiger.
  • „Backbord – stopp!“ → Nur Steuerbord rudert.
  • „Steuerbord – stopp!“ → Nur Backbord rudert.

Steuerkommandos zum Stoppen

  • „Stopp“ → Blätter sind schräg bis senkrecht im Wasser um das Boot zu verlangsamen
  • „Stoppen – Stoppt“ → Blätter werden entgegen der Fahrtrichtung senkrecht ins Wasser gedreht und mit maximaler Kraft gehalten. Das Boot stoppt auf kürzestem Weg.

Backbord und Steuerbord

Im Kanal herrscht Rechtsverkehr.

Backbord bezeichnet die linke Seite in Fahrtrichtung (mit Blick vom Heck zum Bug).

  • Backbord: in Fahrtrichtung links, also die dem Ufer abgewandte Seite (Boote)
  • Steuerbord: in Fahrtrichtung rechts, also die Uferseite (Steine)

Da wir im allgemeinen rückwärts im Boot sitzen, bedeutet Backbord die rechte und Steuerbord die linke Seite.

Bewegungsablauf

Mit dem Startsignal „Auslage“ „und ab“ beginnt die eigentliche Bewegung:
  • Auslage„: Beine sind angezogen, Arme gestreckt, Blätter liegen auf dem Wasser
  • und ab„: Bläter 90° drehen und ins Wasser setzen
  • Beine werden gestreckt, der Sitz rollt nach hinten, Arme bleiben gestreckt bis
  • die Beine fast gestreckt sind, dann werden die Arme in einer geraden Bewegung zum unteren Rippenbogen herangezogen bis
  • die Griffe fast am Körper sind, dann Druck vom Blatt wegnehmen und Blätter ausheben
  • beim Ausheben Blätter um 90° drehen bis der Skull „einrastet“
  • Arme in einer geraden Bewegung strecken und
  • sobald die Hände vor den Knieen sind langsam wieder vorrollen bis die Beine wieder angezogen sind
  • Ablauf beginnt von vorne

3. Aufgaben des Obmanns / der Obfrau

Verantwortung

  • Der Obmann trägt die Verantwortung für Boot und Mannschaft.
  • Muss während der gesamten Fahrt an Bord sein.
  • Darf Fahrt verweigern, wenn die Sicherheit nicht gewährleistet ist.

Vor der Fahrt

  • Boot und Ausrüstung kontrollieren (Rollsitze, Stemmbretter, Dollen, Steuer).
  • Mannschaft einteilen und Sitzordnung festlegen.
  • Wetterlage und Revierbedingungen prüfen.
  • Eintrag ins Fahrtenbuch: Boot, Besatzung, Uhrzeit, Ziel.

Während der Fahrt

  • Gibt die Kommandos und sorgt für einheitliches Handeln.
  • Achtet auf Sicherheit und Kursführung.
  • Beurteilt Verkehr, Wellen und Hindernisse.

Nach der Fahrt

  • Boot reinigen und Schäden melden.
  • Ausrüstung vollständig zurücklegen.
  • Fahrt im Fahrtenbuch abschließen.

4. Positionen und Aufgaben im Boot

Schlag

Die Position „auf Schlag“ erfordert ein gleichmäßiges Rudertempo und ein sicheres Rudern. Gibt den „Takt“ für die Mannschaft vor.

Steuer

  • Fußsteuer: Mit dem Fußsteuer muss das Boot während dem Rudern auf Kurs gehalten werden, dabei unterstützt die Mannschaft nur im Notfall.
  • Steuer auf Zuruf: Dabei wird die Bootsbesatzung durch den Zuruf „Backbord/Steuerbord Überzieht“ zur Steuerung des Boots aufgefordert. Dabei ist es wichtig den richtigen Zeitpunkt und die richtige Dauer für jedes Kommando zu verinnerlichen.

5. Sicherheitshinweise (Main-Donau-Kanal)

  • Fahrtrichtung beachten: rechts vom Fahrwasser.
  • Vor Einfahrt in Schleusen / unter Brücken auf Berufsschifffahrt achten.
  • Abstand zu Frachtschiffen und Wellen halten.

6. Verhalten bei Gewitter

  • Bei Gewitter ist das Wasser unverzüglich zu verlassen!
  • Bei zu erwartendem Gewitter darf die Fahrt nicht angetreten werden